Deine Smartphone-Fotos werden immer schlecht?

 

In diesem Artikel geht es ausnahmsweise nicht um professionelle DSLR-Kameras, dem Handwerkszeug eines jeden Fotografen, sondern um das Fotografieren mit einer Kamera, die jeder von Euch täglich bei sich trägt: Dem Smartphone. Wenn Ihr mit Euren Smartphone-Fotos unzufrieden seid, dann könnte dieser Artikel hilfreich für Euch sein.

 

Tipp Nr. 1: Keinen Blitz für Smartphone-Fotos benutzen

 

Das Problem mit dem internen Blitz in einem Smartphone: Seine Reichweite ist viel zu kurz, er ist fest in einem ungünstigen Winkel eingebaut und seine Leistung lässt sich auch nicht vernünftig regulieren. Als Resultat erhalten Menschen eine ungesunde Gesichtsfarbe und es entstehen rote Augen. Objekte im Vordergrund werden viel zu grell angeleuchtet, dafür der Hintergrund zu dunkel aufgenommen. Die Bildqualität nimmt insgesamt rapide ab, da die Automatik der Smartphone-Kamera ihre Belichtung dem Blitz anpasst.

 

Mein Tipp

Wann immer es möglich ist, lasst den Blitz einfach weg. Sollte er automatisch gesteuert werden, könnt Ihr diese Blitz-Automatik über das Menü Eurer Kamera deaktivieren. Wenn es in einem Raum zu dunkel ist, nutzt lieber andere Lichtquellen anstelle des Smartphone-Blitzes. Und es gibt Situationen, wo dieser auch einfach unangebracht ist. Als Hochzeitsfotograf kann ich Euch versichern, dass es kein Brautpaar schön findet, wenn während der Trauzeremonie ständig irgendwelche Blitze zucken.

 

 

Tipp Nr. 2: Nicht an Auflösung bei den Smartphone-Fotos sparen

 

Habt Ihr schon einmal versucht, aus Euren Smartphone-Fotos ein Wandbild drucken zu lassen? Oder habt Ihr schon einmal ein Foto als Hintergrundbild auf einem Computer mit großem Bildschirm verwendet? Und war das Bild dann irgendwie „pixelig“ und auch nicht ganz scharf? Dann kann das womöglich an einer zu niedrigen Auflösung liegen.

 

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Checkt doch mal die Auflösung in Euren Kamera-Einstellungen.

 

Mein Tipp

Bevor Ihr Euch jetzt gleich in die Suche nach einem neuen Smartphone mit mehr Auflösung stürzt, schaut doch erst einmal in das Menü Eurer Kamera hinein, welche Auflösung dort eigentlich eingestellt ist. Vielleicht könnt Ihr einfach eine bessere Auflösung einstellen. Dadurch werden die einzelnen Fotos etwas speicherintensiver, aber das ist der Preis, den man für eine höhere Auflösung zahlen muss. Wenn Ihr später noch etwas vom Bild wegschneiden möchtet, dann ist eine höhere Auflösung ebenso sehr wichtig.

 

Tipp Nr. 3: Digitalzoom bei Smartphone-Fotos vermeiden

 

Moderne Smartphones haben oft zwei Arten von Zoom: Den optischen und den digitalen Zoom. Smartphones mit mehr als einer Kamera auf der Rückseite haben die Möglichkeit, im Kameramenü zwischen den Ansichten zu wechseln. Dann finden sich neben der üblichen Weitwinkel-Kamera meist noch eine Ultraweitwinkel-Kamera und vielleicht noch eine weitere Kamera mit Teleobjektiv (bzw. ein Normal-Objektiv). Zwischen diesen Objektiven wird mechanisch umgeschaltet, Linsen werden verschoben, usw. Hier spricht man von einem optischen Zoom. Dieses zoomen (also das heran- oder wegbewegen des Motivs im Bild) funktioniert bei gleicher Auflösung der jeweiligen Kamera.

Der digitale Zoom, über den in der Regel auch ältere Smartphones verfügen, ist dagegen eine softwareseitige Vergrößerung des Bildes, in dem das Foto einfach zugeschnitten und fehlende Pixel hinzu berechnet werden, was automatisch zu einer sichtbaren Verschlechterung der Bildqualität führt. Übrigens: Die neuen sogenannten „Hybridzoom“, „Space Zoom“ und andere Bezeichnungen sind lediglich andere Marketing-Ausdrücke für den digitalen Zoom.

 

Mein Tipp

Vermeidet den digitalen Zoom. Wenn es möglich ist, geht einfach näher ran an das Motiv. Und wenn es nicht möglich ist, nehmt das Bild trotzdem ohne Digitalzoom auf. Die Ränder des Bildes wegschneiden könnt Ihr nach der Aufnahme in Eurer Foto-App immer noch selbst. Dann habt Ihr aber die Option. Bei Fotos, die bereits mit digitalem Zoom fotografiert sind, kann verlorene Bildqualität nicht wiederhergestellt werden.

 

 

Tipp Nr. 4: Andere Perspektiven bei Smartphone-Fotos ausprobieren

 

Neben all diesen technischen Tipps folgt hier vielleicht der wichtigste von allen, der nichts mit Technik zu tun hat. Ihr möchtet schönere Fotos von Eurem Kind oder Eurem Haustier machen? Coolere Fotos von Eurem Auto? Oder auch nur eine Blume in Eurem Garten interessanter fotografieren? Die meisten Smartphone-Fotos entstehen im Stehen aus der Kopfhöhe von demjenigen, der das Foto knipst. Und oft ist viel zu viel Hintergrund mit drauf, die vom eigentlichen Motiv ablenken. So zu fotografieren mag bequem sein, tut aber keinem Bild gut.

 

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Auf gleicher Augenhöhe fotografiert entstehen von Hunden oft die schöneren Fotos.

Mein Tipp

Probiert neue Perspektiven aus! Von Kindern und Haustieren entstehen oft schönere Fotos, wenn diese auf gleicher Augenhöhe fotografiert werden. Und geht außerdem näher ran. Bei Autos können sehr tiefe Perspektiven knapp über den Boden das Auto viel besser in Szene setzen. Eine Blume muss man auch nicht immer von oben fotografieren. Versucht hier mal verschiedene Seiten aus, mal von schräg unten oder von der Seite. Und auch hier gilt: Geht näher ran. Blumen sind eine gute Möglichkeit, verschiedene Perspektiven auszuprobieren. Die wehren sich nicht und haben immer Lust fotografiert zu werden. Probiert es selbst aus! 🙂

 

Und als kleiner Bonus-Tipp: Auch bei Fotos von Haustieren ist es nicht egal, wie der Hintergrund im Bild aussieht. Sucht Euch einen schönen, passenden Hintergrund. Bei einer Home-Story kann dies durchaus das heimische Wohnzimmer sein. Aber in vielen Fällen wird eine schöne Wiese in einem Park die bessere Wahl sein, wie hier in dem Beispiel auf dem ehemaligen Gelände der Bundesgartenschau 2019 in Heilbronn.

 

 

Tipp Nr. 5: Nicht immer den virtuellen Knopf zum auslösen benutzen

 

Grundsätzlich solltet Ihr Eurer Smartphone beim fotografieren immer möglichst ruhig halten. Versucht dabei still zu stehen und haltet das Smartphone am besten mit beiden Händen fest, um Verwacklungen zu vermeiden. Die Bildstabilisatoren der neueren Generationen leisten zwar schon gute Arbeit, aber je weniger sie aktiv werden müssen, um so unwahrscheinlicher ist es, dass Ihr unscharfe Bilder erhaltet. Wenn die Lichtverhältnisse schlechter werden, ist dies noch wichtiger, da die kleinen Smartphone-Sensoren hier schnell an ihre Grenzen kommen. Da nützt dann auch kein softwareseitiger „Nachtmodus“ mehr. Manchmal kann es einfach etwas kniffelig sein, sein Smartphone im Querformat mit beiden Händen festzuhalten, den sorgsam ausgesuchten Bildausschnitt ohne zu verwackeln beizubehalten und dann auch noch mit gespreiztem Finger den Auslöseknopf zu betätigen. Diese Mikro-Wackler können schon die Schärfe des Bildes beinträchtigen.

Mein Tipp

Bei den meisten Smartphones hat man die Möglichkeit, anstelle des virtuellen Knopfs auch eine physische Taste zu verwenden. Bei einem iPhone oder einem Samsung-Smartphone sind dies beispielsweise die Lautstärketasten. In den meisten Fällen ist dies wesentlich einfacher und führt zu weniger Verwacklungen. Einfach mal ausprobieren.

 

 

Tipp Nr. 6: Freistellen auf Smartphone-Fotos

 

Freistellungen (damit ist die Separierung des Motivs vom Hintergrund gemeint, oder einfacher ausgedrückt: Das Motiv ist scharf während der Hintergrund unscharf ist) werden oft und gerne als stilistisches Mittel in der anspruchsvolleren Fotografie genutzt. Hierzu nutzen Fotografen Kameras mit großen Sensoren und besonders lichtstarken Objektiven. Auf aus der Hand geknipsten Schnappschüsse sind die meisten Fotos aber eher durchgehend scharf, es erfolgt keine Freistellung. Wusstet Ihr, dass sich dieser Effekt aber auch leicht mit einem Smartphone verwirklichen lässt?

 

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Mit einem Fingertipp erscheint das gelbe Kästchen und Ihr könnt Ihr den Fokuspunkt Eurer Kamera selbst festlegen.

Mein Tipp

Geht näher an Eurer Motiv heran. Je näher Ihr dran seid, umso unschärfer wird der Hintergrund. Wenn Ihr ein Smartphone mit einer zusätzlichen Normal- oder Teleobjektivlinse habt, dann stellt am besten vorher noch den optischen Zoom darauf ein (siehe hierzu Tipp Nr. 3), das verstärkt den Effekt noch mehr. Und ganz wichtig: Achtet darauf, dass der Hintergrund Eures Motivs genug Platz nach hinten hat. Hätte ich die Schlösser auf der Götzenturmbrücke in Heilbronn in dem obigen Beispiel frontal und nicht von der Seite fotografiert, hätte ich nicht oder nicht so stark freistellen können. Zu guterletzt könnt Ihr noch den Fokus über einen Tipp auf den Bildschirm (das gelbe Kästchen) vor der Aufnahme festlegen

 

Tipp Nr. 7: Passende Belichtung für Smartphone-Fotos einstellen

 

Ihr möchtet ein Bild in einer Abendstimmung mit schönen Lichtern im Hintergrund, wie das moderne QBig three in Heilbronn im Beispiel, aufnehmen und plötzlich ist Eurer aufgenommenes Foto viel zu hell. Und das obwohl Ihr nicht mal Blitz verwendet habt (den Ihr sowieso nicht verwenden sollt – siehe Tipp Nr. 1). Man kann zwar alles gut erkennen, aber die schöne Lichtstimmung, die Ihr mit Euren Augen wahrgenommen habt, ist im Foto überhaupt nicht mehr da – das ganze Bild ist durchweg zu hell. Das gleiche kann Euch auch tagsüber passieren. Dann ist z. B. der Himmel viel zu hell aufgenommen, so dass fast keine Strukturen mehr erkennbar sind. Der Grund hierfür liegt an der Automatik in Eurer Smartphonekamera. Die Kamera berechnet intern eine durchschnittliche Belichtung und wählt danach automatisch die Kameraeinstellungen, die in vielen Fällen auch gut funktionieren können. Aber eben nicht immer. Eure Kamera folgt nur vorgegebenen, programmierten Algorithmen, weiß aber nicht, was Ihr wollt.

 

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Die kleine Sonne neben dem Fokus-Quadrat zeigt die Belichtung an, die mit einer Wischgeste nach oben oder unten geändert werden kann.

 

Mein Tipp

Es gibt eine einfache Möglichkeit, in die automatische Belichtung einzugreifen. Wenn Ihr vor der Aufnahme auf einer beliebigen Stelle auf den Bildschirm tippt, erscheint bei einem iPhone die Fokusanzeige (das gelbe Kästchen, siehe auch mein Tipp Nr. 6). Wenn Ihr dann ein zweites Mal tippt und mit dem Finger eine langsame Wischgeste nach oben oder unten macht, könnt Ihr die Belichtung verändern. Das Bild wird dann heller oder dunkler.

Bitte beachtet hierbei wie hell Ihr Eure Display-Helligkeit eingestellt habt. Wenn Ihr in praller Sonne die Bildschirmhelligkeit bis zum Anschlag nach oben gedreht habt, seit etwas sparsamer, wenn Ihr die Belichtung nach unten korrigiert, als wenn Eurer Display nur auf 50% Bildschirmhelligkeit eingestellt habt. Generell empfehle ich die Bildschirmhelligkeit nicht durch die Automatik regeln zu lassen, sondern einen festen Wert einzustellen und diesen nur nach Bedarf zu verändern. So habt Ihr nach ein paar Testaufnahmen einen gleichbleibenden Eindruck, wie Eure finalen Smartphone-Fotos, auch auf anderen Geräten aussehen werden.

 

Ich hoffe, meine Tipps haben Euch weitergeholfen und Ihr könnt in Zukunft bessere Fotos mit Eurem Smartphone machen. Wenn Euch dieser Artikel gefallen hat, dann lasst mir gerne einen freundlichen Kommentar da. Und wenn Ihr Fragen habt, schreibt sie mir einfach hier darunter, ich beantworte sie gerne.

 

Liebe Grüße

Eurer Jörg Kaiser

 

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Jörg Kaiser

FOTOGRAF / FrecheFarben.de

Ich bin Jörg Kaiser. In meinem Blog schreibe ich rund um Themen der Fotografie, über Hochzeiten und über unterhaltsame Anekdoten aus dem Leben.

 

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